DIE SÜNDE DER FRAU. CONNIE PALMEN.

INFOS

Erschienen: 28/03/18
Verlag: Diogenes
Seitenzahl: 96
ISBN: 978-3257070224
Preis: 20,00€ [D], 27,00 sFr [CH]

ZUR AUTORIN

Connie Palmen, geboren 1955, studierte Philosophie und Niederländische
Literatur und lebt in Amsterdam. Ihr erster Roman ›Die Gesetze‹ erschien 1991 und wurde gleich ein internationaler Bestseller. Sie erhielt für ihre Werke zahlreiche Auszeichnungen, z. B. den renommierten AKO-Literaturpreis für den Roman ›Die Freundschaft‹ und den Libro Literaturpreis 2016 für ›Du sagst es‹.

Quelle: Diogenes

INHALT

In ihrer Essay-Sammlung vereint Connie Palmen vier Frauen deren Schicksale einander ungemein ähneln. So widmet die Autorin ihr aktuelles Werk den Leben von Marilyn Monroe, Marguerite Duras, Patricia Highsmith und Jane Bowles – allesamt Frauen, die zu Anfang des 20. Jahrhunderts mit gesellschaftlichen Konventionen brechen.

Sie kommen aus schwierigen Verhältnissen und versuchen ihrer persönlichen Realität zu entfliehen. Mit einem neuen Namen, einer selbst geschaffenen Identität und nicht zuletzt auch mit Hilfe von Rauschmitteln.

Letztlich scheinen jedoch all diese Versuche zwecklos, denn vor der (gesellschaftlichen) Realität gibt es kein Entkommen.

MEINUNG

Wer mich kennt weiß, wie gerne ich mich in Biografien stürze. Und so kam ich um die Lektüre von Connie Palmens jüngstem Werk Die Sünde der Frau nicht herum. Vier Biographien vereint in einem Buch von knapp hundert Seiten. Scheint unmöglich, ist es offensichtlich jedoch nicht.

Die Autorin widmet Jeder unter den Frauen in etwa zwanzig Seiten, in denen sie auf Ähnlichkeiten in ihren Lebensläufen, aber auch auf die Besonderheiten der Schicksale eingeht. Auf eine traurige Kindheit folgt der Versuch zu Vergessen, etwas zu Verändern – eine neue Person zu werden. Unter einem Pseudonym soll ein neues Ich entstehen. Das mit der neuen Identität ist allerdings so eine Sache. Schließlich sind da ja noch die anderen. Und sich selbst macht man auch nicht so leicht etwas vor. Auch die Rauschmittel tragen wenig zur (Selbst-)Täuschung bei. Und so rückt der persönliche Abgrund unaufhaltsam näher.

Connie Palmens leicht zu lesender Schreibstil macht die Schwere, die sich beim Verfolgen der tragischen Schicksale über einen legt erträglicher. Nichtsdestotrotz berührt das Buch – vielleicht auch gerade deshalb weil es für den Leser so zugänglich ist. Nach der Lektüre scheinen Monroe, Duras, Highsmith und Bowles weniger unnahbar. Zugleich machen die Essays Lust auf mehr.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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Vielen Dank an den Diogenes Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

 

1 Kommentar

  1. 20. Juni 2018 / 08:49

    Ich lese eigetnlich nur Romane, doch da ich letztens bei einem Duras-Abend war, mache ich für dieses Buch vielleicht eine Ausnahme. Den Stil von Connie Palmen mag ich.
    Viele Grüße
    Silvia

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