DIE TERRANAUTEN. T.C. BOYLE.

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INFOS

Erschienen: 09/01/17
Verlag: Hanser
Seitenzahl: 608
ISBN: 978-3446253865
Preis: 26,00€ [D]

ZUM AUTOR

T. Coraghessan Boyle, 1948 in Peekskill, N.Y., geboren, unterrichtete an der University of Southern California in Los Angeles. Bei Hanser erschienen zuletzt Willkommen in Wellville (Roman, 1993), América (Roman, 1996), Riven Rock (Roman, 1998), Fleischeslust (Erzählungen, 1999), Ein Freund der Erde (Roman, 2001), Schluß mit cool (Erzählungen, 2002), Drop City (Roman, 2003), Dr. Sex (Roman, 2005), Talk Talk (Roman, 2006), Zähne und Klauen (Erzählungen, 2008), Die Frauen (Roman, 2009), Das wilde Kind (Erzählung, 2010), Wenn das Schlachten vorbei ist (Roman, 2012), San Miguel (Roman, 2013), die Neuübersetzung von Wassermusik (Roman, 2014), Hart auf hart (Roman, 2015), die Neuübersetzung von Grün ist die Hoffnung (Roman, 2016) und Die Terranauten (Roman, 2017).

Quelle: Hanser

INHALT

In dem Versuch das Leben auf der Erde nachzubilden, werden in den 90er Jahren vier Frauen und vier Männer in einem geschlossenen Ökosystem unter einer Glaskuppel untergebracht. Zwei Jahre lang darf Nichts rein und Nichts raus, so lautet die Devise. Doch was bedeutet das für die Insassen?

Beim Eintritt in die Ökosphäre 2 ist das gesamte Team bestens vorbereitet. Der Teamgeist war noch nie so stark und die Aufgaben eines jeden sind klar verteilt. Euphorie und Willensstärke versprechen nur Gutes, doch die Lebensbedingungen unter der Glaskuppel brechen selbst den fähigsten Wissenschaftler. Und so wird aus einem biologischen bald ein soziales Experiment.

MEINUNG

Die Terranauten war mein erster T.C. Boyle und nach dem Lesen kann ich sagen: Es wird nicht mein letzter bleiben.

In wechselnden Perspektiven schildert Boyle die Erlebnisse zu beiden Seiten der Glaswand. So bekommt man als Leser quasi panoptische Einblicke und ist zugleich hautnah an den Protagonisten. Schließlich verfügt ein jeder Terranaut über seine ganz eigene Wahrheit, die erzählt werden will.

Das Buch ist angelehnt an ein tatsächliches Projekt, das sich Biosphäre 2 nannte. Auch hier wollte man ein von der Erde unabhängiges ökologisches System schaffen. Was die Essenz des Buches jedoch ausmacht ist, dass sich das Experiment in eine (nicht völlig) unerwartete Richtung wendet.

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Ähnlich wie bei Big Brother erhalten wir als Leser Einblicke in die Folgen des Einschlusses von Menschen auf einem begrenzten Lebensraum. Während die gesamte Crew zu Anfang noch an einem Strang zieht, auch um Ruhm und Ehre willen, lassen sich menschliche Makel bald nicht mehr verbergen. Der schöne Schein des Lebens zu Gunsten einer höheren Erkenntnis bröckelt und der Egoismus eines jeden Einzelnen tritt zu Tage.

In ihrer Selbstgerechtigkeit urteilen die Terranauten der Mission 2 über ihre Vorgänger, über ein Schicksal das sie nicht erleiden mussten und scheinen ihnen dabei keinen Deut voraus. Doch die Presse und das Fernsehen berichten unermüdlich von den Ereignissen im Terrarium und bestärken die Terranauten in ihrer Eitelkeit, sodass sie sich ungeniert der Hybris hingeben können.

T.C. Boyle versteht es die Fehlbarkeit der Menschen zu illustrieren, ohne überzogene Bilder zu zeichnen. In einer beinahe sachlichen Art wird das Leben in der Ökosphäre geschildert, wobei ein jeder seine Sichtweise vertritt. Und am Ende bleibt die Erkenntnis, quasi das finale Urteil.

Wer bisher noch zögert, den kann ich nur darin bestärken zum Buch zu greifen.

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