ANONYM. POZNANSKI & STROBEL.

„Du verabscheust deinen Nachbarn? Du hast eine Rechnung mit deiner Exfrau offen? Du wünschst deinem Chef den Tod? Dann setze ihn auf unsere Liste und warte, ob die anderen User für ihn voten. Aber überlege es dir gut, denn manchmal werden Wünsche wahr…“

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INFOS

Verlag: Wunderlich
Seitenzahl: 384
ISBN: 978-3805250856
Preis: 19,95€
http://www.rowohlt.de

INHALT

Eine Leiche. Ein Internetforum. Ein grausames Spiel das beides miteinander verbindet. Der erste Fall von Kommissar Daniel Buchholz und seiner neuen Kollegin Nina Salomon zeigt Abgründe des menschlichen Daseins auf, die grausamer nicht sein könnten.

Das Online-Forum Morituri verleiht dem Begriff der Bürgerbeteiligung einen bitteren Beigeschmack. Nutzer des Forums senden Personenvorschläge an den Administrator, welcher aus den eingegangenen Namen eine Vorauswahl trifft und eine Liste zusammenstellt. Anschließend werden die Mitglieder dazu aufgefordert ihre Stimme abzugeben. Dem Gewinner blüht der Tod. Während ein sensationsgieriges Publikum Teil der Show um Leben und Tod wird, kämpft die Polizei gegen das unsichtbare Monstrum an das sich hinter der Seite verbirgt. Das Problem hierbei: die Seite liegt im Darknet, in dem es nur ein Gesetz gibt. Anonymität.

MEINUNG

Bereits die Idee des Buches sprach mich unglaublich an. In Zeiten, in denen die (scheinbare) Anonymität im Netz Menschen zu den unfassbarsten Handlungen antreibt, scheint die Auseinandersetzung mit der Thematik nicht unbegründet. Während die alltäglichen Medien Themen häufig reißerisch aufbereiten um ein sensationsgieriges Publikum zu locken und TV-Shows durch integrierte Votings ihre Zuschauerquoten aufbessern, geht das Buch an dieser Stelle noch ein Stück weiter.

Was wäre wenn du über Leben und Tod bestimmen könntest? Ohne dir die Finger schmutzig zu machen? Ohne erkannt zu werden? Nur durch deine Stimme.

Nicht nur ist der Schreibstil von Poznanski und Strobel eingängig und rasant, auch die Geschichte nimmt schnell Fahrt auf. Während man sich bereits auf den ersten Seiten mit den Protagonisten des Buches und ihren Eigenheiten anfreundet, fiebert man (auch als Leser) bereits dem nächsten Voting entgegen. Die Ereignisse überschlagen sich und lassen kaum Raum zum Durchatmen und das ist gut so. Einmal aufgeschlagen war es schier unmöglich das Buch aus der Hand legen.

Eingebaute Perspektivenwechsel leisten weiterhin ihren Beitrag zur Vielschichtigkeit der Ereignisse. Während man in einem Kapitel ganz bei Daniel Buchholz ist, begleitet man im darauffolgenden die Gedankengänge von Nina Salomon. Vereinzelt werden auch Abschnitte von Seiten des Forenbetreibers eingestreut, sodass die Gedankengänge des Täters nicht ganz außen vor bleiben. Die Charaktere des Buches sind gut durchdacht, sodass es einfach fällt sich in sie einzufühlen. Durch die Mehrdimensionalität der Charaktere bedingt, ist auch eine gewisse Unvorhersehbarkeit der Ereignisse. Hatte ich bei Zeiten eine leise Vorahnung, so wurde diese auf den nächsten Seiten wieder zerstreut. Besonders gelungen sind zudem Höhepunkt und Schluss des Buches, die in konsequenter Logik auf die restliche Geschichte folgen.

Nach Beenden des Buches besteht mein einziges Problem nun darin, dass ich unglaublich gerne direkt den nächsten Band zur Hand hätte. Aber hier muss ich mich wohl gedulden und bin entsprechend unfassbar gespannt darauf, wie es mit dem sympathischen Ermittlerduo weitergehen wird.

Fünf Sterne von mir für ein absolut gelungenes Debüt einer neuen Thriller-Reihe!

Veröffentlichungstermin für das Buch ist übrigens der 21. September, also haltet euch bereit.

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